17. Februar 2010
BAG-SPNV fordert neues Stationspreissystem der DB AG
Nutzungsgebühren sollen transparent werden und den tatsächlichen Kosten entsprechen
Die BAG-SPNV fordert ein neues Stationspreissystem der Deutschen Bahn AG, nachdem die Bundesnetzagentur das bisherige Stationspreissystem nun abgelehnt hat. Jetzt besteht endlich die Möglichkeit, die Gebühren für die Nutzung der Bahnstationen transparent, stationsscharf und kostengerecht neu festzulegen. Die Entscheidung der Bundesnetzagentur gegen das bisherige Stationspreissystem der DB AG ist auch Thema bei der Fachveranstaltung „Wettbewerb im SPNV" der BAG-SPNV am 18. Februar 2010 in Fulda.
Künftig sollen die Nutzungsgebühren für die Stationen nach dem Willen der BAG-SPNV für jede Station individuell festgelegt werden. Das bisherige DB-System arbeitete mit pauschalen Kategorien. Nur durch stationsscharfe Gebühren ist aber eine transparente Darstellung möglich, welche Kosten für eine Station anfallen, welches Budget dem Stationsbetreiber zur Verfügung steht und welche Auswirkungen der Einsatz von möglichen öffentlichen Fördermitteln für die Stationsinfrastruktur hat. Außerdem wird es so möglich, die jeweiligen Einnahmen der DB Station&Service AG durch die Vermietung und Verpachtung von Flächen in Empfangsgebäuden bei der individuellen Höhe der Nutzungsgebühr einer Station zu berücksichtigen.
Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV: "Wir zahlen jedes Jahr bundesweit rund 570 Millionen Euro Stationsgebühren an DB Station&Service. Angemessene und transparente Preise sind für uns wichtig, weil jeder Euro zuviel für die Stationen natürlich dafür fehlt, Züge fahren zu lassen. Dass die Deutsche Bahn dafür auf einen Teil ihres Monopolgewinns verzichten muss, halten wir für vertretbar. In der kommenden Woche werden wir uns mit Dr. André Zeug, dem Vorstandvorsitzenden der DB Station&Service AG, treffen und ihm unsere Vorschläge präsentieren."
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist die Interessensvertretung der Bestellerorganisationen des Schienenpersonennahverkehrs: Wir organisieren den Informationsaustausch zwischen unseren Mitgliedern, erarbeiten Konzepte für die Weiterentwicklung des SPNV, vertreten die Interessen der Aufgabenträger des SPNV gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verkehrsunternehmen und Verbänden und beraten den Bund, die Länder, Zweckverbände, Parlamente und Behörden zu allen Fragen des SPNV.
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