19. Mai 2010
Mehr grüne Züge statt Green-washing!
Schienenverkehr ist Klimaschutz, Beschäftigungssicherung und Mobilitätsgarantie
Klimawandel, Wirtschaftskrise und zunehmende Mobilität stellen hohe Anforderungen an Politik und Gesellschaft. Diese können nur durch eine Ausweitung und die Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) bewältigt werden. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Zukunftsforums Bahn der Bundesarbeitsgemeinschaft
Schienenpersonennahverkehr.
Bis zum Jahr 2025 wird der Verkehrsbedarf im Personenverkehr in Deutschland um fast 20 % zunehmen. Um die Klimaziele Deutschlands dennoch zu erreichen, muss der Verkehrssektor in den nächsten Jahren erhebliche Anstrengungen unternehmen.
Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV und Mitglied des Klimarates des Landes Schleswig-Holstein, bewertet die Optionen dazu: „Eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens erscheint nicht realisierbar, und der Bau energieeffizienterer Fahrzeuge wird nicht ausreichen. Deshalb muss zwingend Mobilität auf die umweltfreundliche Schiene verlagert und das Angebot ausgebaut werden."
Ingeborg Junge-Reyer, Senatorin für Stadtentwicklung des Landes Berlin mahnt bei der Bundespolitik faire Wettbewerbsbedingungen für die Bahn an. Nicht hinnehmbar sei es, dass die Bahn höhere Steuern zahle und ihre Wegekosten selbst finanzieren müsse, während Bus und Automobil die Straßeninfrastruktur kostenfrei nutze.
Empirisch widerlegt ist die Annahme, dass Investitionen in Straßeninfrastruktur hohe Beschäftigungseffekte auslösen. Reinhard Haller, Wissenschaftler an der Technischen Universität Wien zeigt auf, dass der Bau und Betrieb von Eisenbahnen bis zu 2,5-mal mehr Arbeitsplätze schaffe als Investitionen in Straßen.
Susanne Henckel, Hauptgeschäftsführerin der BAG-SPNV: „Der SPNV schont das Klima, schafft Arbeitsplätze und sichert die Mobilität der Bevölkerung. Die Aufgabenträger des SPNV haben die Verkehrsleistung seit 1996 um 50 % gesteigert und leisten gute Arbeit in allen Regionen Deutschlands. Um die zusätzlichen Anforderungen der nächsten Jahre zu bewältigen, brauchen wir eine jährliche Dynamisierung der Bundesmittel von mindestens 2,5 % pro Jahr."
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist die Interessensvertretung der Bestellerorganisationen des Schienenpersonennahverkehrs: Wir organisieren den Informationsaustausch zwischen unseren Mitgliedern, erarbeiten Konzepte für die Weiterentwicklung des SPNV, vertreten die Interessen der Aufgabenträger des SPNV gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verkehrsunternehmen und Verbänden und beraten den Bund, die Länder, Zweckverbände, Parlamente und Behörden zu allen Fragen des SPNV.
BAG-SPNV e.V.
Hauptgeschäftsführerin Susanne Henckel
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